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Der
Atlantik, unendliche Weiten…
Logbucheintrag
des Bahianus 5.306+07+15, Tauchplatz: KOLOSSEUM, im Norden der Insel. Wir
schreiben den Januar 2011. Maximale Tauchtiefe 40 Meter mit Blick in den Abyss.
Tauchpartner:
Michaela, Christian, Jörg, Annegret, Sonja.
Spiegelglatte
See, diamantblauer Himmel, sanfte Wintersonne und kein Wind, der perfekte
Tauchtag auf Lanzarote, der Insel des ewigen Frühlings.
Unsere
Taucher waren beim ersten Einstieg über das Kolosseum gut drauf, wenngleich
auch mächtig aufgeregt: der Bahianus suchte einen neuen Tauchplatz!
Der
Einstieg war bei dem perfekten Wetter recht einfach, es musste nicht weit
gelaufen werden. Gegen 11:00 Uhr tauchten wir in das unbekannte Gebiet ab.
Bereits
auf vier bis fünf Metern Tiefe erwartete uns jede Menge an Braunalgen und satte
Schwärme von Goldbrassen.
Nach wenigen Minuten schon veränderte sich die
Landschaft dramatisch! Stellt Euch bitte einmal vor, Ihr hättet zu Sylvester
einen genialen Wurf im Bleigießen gelandet … exakt das fanden unsere Taucher
vor der Maske:
Bizarre
Lavaformationen mit Tunneln, Überhängen, Erkern und kleinen Höhlen und alles
nur in Tiefen von maximal 15 Metern, unglaublich!
Über
zwei dramatische Stufen gelangten wir dann zu einer kleinen Plattform (Tiefe
ca. 40 Meter) oberhalb eines gewaltigen, vertikal abfallenden Abhangs: DER
BALKON. Unterhalb des Balkons fiel der Meeresboden ins Nichts, dicht bewachsen
von unendlichen Wäldern schwarzer Korallen. Bonito-Jagdgeschwader schossen
durch Sardinenschwärme wie Projektile und ein freischwimmender Zitterrochen kam
uns über dem tiefen Sand entgegen.
Auf
dem folgenden Tauchgang entdeckten wir dann den DOM, eine riesige Höhle auf
einer Tiefe von ca. 36 Metern. Die Höhle fasst ungefähr 210 Kubikmeter Wasser
und in ihren Lavaspalten flossen Ströme von Springgarnelen weg von den Kegeln
unserer Halogenlampen. Eine steile Schräge führte uns in perfekter Austauchgeschindigkeit
hoch auf eine Tiefe von 13-10 Metern. Dort erwartete uns eine noch wildere
Landschaft: Tunnel mit Lichtfenstern in der Decke, Canyons, bizarre Überhänge
und Durchgänge.
Wir entdeckten Drückerfische, kreisende Schwärme von kapitalen
Barrakudas und auch zwei äußerst seltene Exemplare von Einhornfeilenfischen.
Verzeiht
uns den langen Logbucheintrag, jedoch bei so einem Erlebnis lässt sich die
Euphorie einfach nicht bremsen!
Bitte
bedenkt, dass dieser Tauchplatz nur bei optimalen Wetterbedingungen sicher zu
betauchen ist.
Der
Bahianus freut sich, Euch dieses Paradies zu zeigen.
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